DGB Sachsen - BILLIG KOMMT TEURER - Öffentliche Aufträge gesetzlich fair regeln!

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Betriebsräte und Aktive in der IG Bauen-Agrar-Umwelt aus Region Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen

Fachgruppentreffen in Leipzig: IG BAU: Unseriösen Praktiken in der Gebäudereinigung Riegel vorschieben Gegen Turboputzen und Dumpinglohn: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat an die öffentlichen Arbeitgeber in Sachsen appelliert, für „saubere Verhältnisse“ bei Auftragsvergaben an Reinigungsfirmen zu sorgen. Betriebsräte und Aktive der Gebäudereinigergewerkschaft forderten am Wochenende bei ihrem Fachgruppentreffen in Leipzig, Zuschläge für öffentliche Aufträge nicht mehr ausschließlich nur an die billigsten Anbieter zu erteilen. „Wir brauchen endlich Vergabekriterien, die denjenigen bevorzugen, der ordentliche und sozialversicherungspflichtige Jobs nachweist. Und der seine Beschäftigten tarifgerecht bezahlt“, fasste der stellvertretende Regionalleiter der IG BAU, Mirko Hawighorst, die Forderungen zusammen. Gemeinsam mit Ulrike Laux vom IG BAU-Bundesvorstand kritisierten die Betriebsräte und Aktiven die Arbeitsbedingungen im Gebäudereinigerhandwerk. Permanente Lohndrückerei und Einschüchterung seien an der Tagesordnung. Neben Wischmopp und Eimer gehöre die Stoppuhr schon fast zum normalen Handwerkszeug der Reinigungskräfte: Immer mehr Flächen müssten in immer weniger Zeit gereinigt werden. Ulrike Laux: „Es ist skandalös, wenn Arbeitnehmer die gleiche Arbeit in kürzerer Arbeitszeit erledigen müssen und so Firmen die Mindestlöhne in der Gebäudereinigung umgehen.“ Es sei zu befürchten, dass unseriöse Chefs mit dieser illegalen Praxis versuchten, auch die jetzt anstehende Mindestlohnerhöhung auszutricksen. Nach Angaben der IG BAU haben die Gebäudereiniger seit Januar Anspruch auf einen höheren Mindestlohn. Mirko Hawighorst:„Der neue Mindestlohn für die Innenreinigung liegt bei 7,96 Euro, für die Glas- und Fassadenreinigung sogar bei 10,31 Euro. Die Beschäftigten sollten ihre Januar-Lohnabrechnung genau prüfen, ob die Erhöhung ausbezahlt worden ist. Umgekeh rt müssen die öffentlichen Auftraggeber darauf achten, dass ihre beauftragten Firmen die Steigerung an ihre Mitarbeiter weitergeben.“

Berichte

17.09.2012, Görlitz

Kampagne 'Billig: kommt teurer!' kommt gut an in Görlitz

Auf dem Marienplatz in Görlitz steht heute das rote Info-Mobil des DGB. Passanten kommen neugierig näher. "Billig: kommt teurer!" - so das Motto des DGB Sachsen für ein neues sächsisches Vergabegesetz mit Tariftreueregelung und weiteren sozialen und ökologischen Kriterien. "Die öffentliche Hand ist in der Pflicht, Aufträge nur an Firmen zu vergeben, die ihre Mitarbeiter auch ordentlich bezahlen" empört sich Siegmar Freund. Siegmar Freund ist seit Juni diesen Jahres DGB-Kreisvorsitzender im Landkreis Görlitz. Gleichzeitig leitet er den Ortsvorstand des DGB. "Wer einen Vollzeitjob hat, muss von diesem Lohn auch leben können, ohne noch zum Jobcenter zu müssen", fährt er fort. Sein Gesprächspartner nickt zustimmend und trägt sich in die Liste ein.

Genauso sehen es viele Bürgerinnen und Bürger von Görlitz und unterstützen die Kampagne mit ihrer Unterschrift. Neben Kathrin Kagelmann (MdL, DIE LINKE) beteiligt sich auch der SPD-Ortsverein. Beide Parteien haben im Sächsischen Landtag einen Gesetzentwurf für ein modernes Vergabegesetz eingebracht.

Als nächstes Ziel der Info-Tour im Landkreis Görlitz steht am Mittwoch (19.09.12) Zittau auf dem Plan.

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